Darmspiegelung rettet leben

Darmkrebs kann bekämpft werden, bevor er überhaupt entsteht. Experten gehen heute davon aus, dass durch eine gezielte Vorsorge bis zur Hälfte aller Todesfälle in der Schweiz verhindert werden könnte.

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Jedes Jahr erkranken etwa 4‘300 Menschen in der Schweiz an Darmkrebs, etwa 1‘700 sterben daran. Es handelt sich damit um die dritthäufigste Krebsart hierzulande. Durch gezielte Vorsorge kann aber verhindert werden, dass Darmkrebs überhaupt entsteht. „Die Polypen, welche die Vorstufe des Darmtumors bilden, wachsen sehr langsam. Je früher man sie entdeckt, desto einfacher können sie herausgeschnitten werden“, erklärt PD Dr. Christoph Gubler, Leitender Arzt an der Klinik für Gastroenterologie des UniversitätsSpital Zürich.

Heute geht man davon aus, dass durch ein systematisches Screening die Anzahl an Krankheits- und Todesfällen deutlich reduziert werden könnte. So schätzt der Verband Swiss Cancer Screening, dass sich die Zahl der Menschen, die an Darmkrebs sterben, mit regelmässiger Früherkennung um 25 bis 50 Prozent senken liesse. Anlass zu dieser Vermutung geben Zahlen aus dem Ausland. In den USA beispielsweise, wo die Darmkrebsvorsorge seit Jahren intensiv durchgeführt wird, hat sich die Zahl neu auftretender Darmkrebserkrankungen bei den über 55-Jährigen halbiert.

Für die Schweiz gibt es dazu noch keine Zahlen. Allerdings weisen Daten aus einzelnen Kantonen auf einen ähnlich grossen Nutzen der Darmkrebsvorsorge hin. Im Kanton Uri beispielsweise werden seit 15 Jahren sämtliche Leute registriert, bei denen Darmkrebs diagnostiziert wird. Die Auswertungen zeigen, wie wichtig die Früherkennung ist: Wer zum Screening gekommen war, bevor er Beschwerden hatte, hatte meist sehr gute Heilungschancen, denn der Krebs befand sich noch in einem sehr frühen Stadium. Nur 10 Prozent starben im späteren Verlauf. Für Leute, die sich erst nach dem Auftreten von Beschwerden untersuchen liessen, war es hingegen oft schon zu spät, der Krebs hatte sich ausgebreitet. Von ihnen starben später 40 Prozent.

Durch die Grundversicherung gedeckt

Empfohlen werden Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen ab dem Alter von 50 Jahren.  Als am zuverlässigsten gilt die Koloskopie oder Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird. Sie erfolgt in der Regel unter Sedation und ist schmerzfrei. Unangenehm kann das Leeren des Darmes am Tag vor dem Eingriff sein. Die Abführmittel würden aber immer besser, wie USZ-Facharzt Dr. Gubler betont. So sei seit Anfang dieses Jahres ein neues Mittel kassenpflichtig, das ‚nur’ noch einen Liter Salzlösung enthalte. Eine Alternative zur Darmspiegelung ist der Test auf Blut im Stuhl, der alle zwei Jahre durchgeführt wird. Beide Vorsorgeuntersuchungen sind durch die Grundversicherung der Krankenkasse gedeckt. In vereinzelten Kantonen (Uri, Waadt, Genf, Jura, Neuenburg) sind sie zudem von der Franchise befreit.

Gerne vergeben wir Ihren Patienten kurzfristig einen Termin für eine Vorsorge-Koloskopie innerhalb von 1 - 2 Wochen. Notfalltermine sind innerhalb von 1 - 2 Tagen möglich.


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