Stichwort "Kortison"

​Mit einer Kortison-Behandlung sind Fragen verbunden. "Kortison" gilt häufig als "gefährliches" Medikament. Gerüchte und Halbwahrheiten führen zu Verunsicherung. Daher ist es wichtig, über "Kortison" Bescheid zu wissen.

Was ist „Kortison"?
„Kortison" ist ein lebensnotwendiges Hormon, das der Körper selbst in der Nebennierenrinde herstellt. In hohen Dosen wirkt dieses Hormon stark entzündungshemmend. Das wird in der Behandlung Ihrer Darmentzündung genutzt.

„Cortison", "Kortison", "Glucocorticoide" und "Steroide" sind verschiedene Namen für die gleiche Medikamentengruppe. Die einzelnen Präparate unterscheiden sich in ihrer Wirkstärke. Ein häufig eingesetzter „Kortison"-Wirkstoff heißt Prednisolon. Er wirkt im ganzen Körper, d.h. er hemmt Entzündung im ganzen Körper, andererseits zeigt er Nebenwirkungen am ganzen Körper. Spezielle „Kortison"-Präparate (Budesonid-haltige Präparate) wirken nur am Darm, weil sie nach ihrer Aufnahme in der Leber sofort abgebaut werden.

Wann tritt eine Wirkung ein?
Eine Besserung tritt meist rasch innerhalb von Tagen oder Wochen ein. Die für Sie erforderliche Dosis richtet sich nach Ihrer Erkrankung. In der Regel wird mit einer hohen „Kortison"-Dosis begonnen, um Ihre Erkrankung schnell zu bessern. So bekommt man zu Beginn zum Beispiel 60 mg oder 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht Prednisolon täglich. Wenn eine Wirkung eingetreten ist, wird man die Dosis reduzieren und, nach Möglichkeit, die Behandlung auch beenden.

Was muss man bei einer „Kortison"-Behandlung beachten?
Man nimmt „Kortison"-Tabletten am besten morgens ein. Der Körper produziert in den frühen Morgenstunden das meiste „Kortison", so dass eine Einnahme morgens die körpereigene Hormonbildung am wenigsten stört.

Wie lange wird die Behandlung mit „Kortison" durchgeführt?
Die Behandlungsdauer richtet sich nach Ihren Beschwerden und Ihren medizinischen Befunden. Bei Besserung kann die Dosis nach Rücksprache mit dem Arzt reduziert oder die Behandlung ganz beendet werden. Häufig ist aber ein langsames Ausschleichen der „Kortison"-Therapie sinnvoll.

Können Nebenwirkungen auftreten?
Da „Kortison" nicht nur bei entzündlichen Darmerkrankungen, sondern auch zum Beispiel bei Asthma oder rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wird, haben viele Patienten schon etwas über die „Kortison"-Behandlung gehört. Sie haben häufig Angst vor möglichen Nebenwirkungen. „Kortison"-Schäden sind heute aber viel seltener als in der Anfangszeit der „Kortison"-Behandlung, weil mittlerweile bekannt ist, dass gerade die Dosierung und die Behandlungszeit eine große Bedeutung für das Auftreten von unerwünschten Wirkungen haben. Kurzfristig können auch höhere Dosen ohne Bedenken eingenommen werden. Für eine längerfristige Therapie wird der Arzt stets versuchen, eine möglichst geringe Dosis zu wählen. Die Nebenwirkungen sind gut bekannt und können durch entsprechende Untersuchungen rechtzeitig erfasst werden. Dies erfordert allerdings, dass regelmäßige die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Sollte eine unerwünschte Wirkung eintreten, so bildet sich diese nach Absetzen der „Kortison"-Behandlung oft zurück. Beenden Sie aber niemals Ihre „Kortison"-Therapie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Unerwünschte Wirkungen treten vor allem bei langfristiger und hochdosierter „Kortison"-Behandlung auf, bei niedrigeren Dosen sind sie seltener. Es kann ein Bluthochdruck auftreten. Viele Patienten berichten über ein stärkeres Hungergefühl.
Es kann auch zu einem runderen Gesicht oder einer Muskelschwäche kommen. Langzeitbehandlungen können zu einem grauen und zu einem grünen Star an den Augen führen. Einige Patienten bemerken Veränderungen an der Haut, wie z.B. vermehrt Pickel oder kleinere Blutungen. Gelegentlich kommt es zu psychischen Reaktionen auf eine „Kortison"- Therapie. Einige fühlen sich euphorisch, seltener sind Depressionen. Eine Entkalkung der Knochen, eine sogenannte Osteoporose, kann sich besonders bei einer längeren und höher dosierten „Kortison"-Therapie entwickeln. Deswegen erhalten viele Patienten zusätzlich Calcium und Vitamin D, um einer Osteoporose vorzubeugen. Gelegentlich kommt es auch zu Blutzuckersteigerungen, die eine entsprechende Behandlung erfordern. Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre treten meist nur dann auf, wenn gleichzeitig andere Medikamente, wie z. B. „Kortison"-freie Rheumamedikamente (NSAR) oder Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin, ASS) eingenommen werden. Wenn Fieber haben oder andere Hinweise auf eine Infektion vorliegen, sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden. Ungewöhnlich starker Durst und häufiges Wasserlassen können auf eine Zuckerkrankheit hinweisen.

Worauf sollte man selber während einer „Kortison"-Therapie achten?
Eine „Kortison"-Behandlung darf niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt abgebrochen werden, denn durch die Therapie ist die körpereigene „Kortison"-Produktion möglicherweise unterdrückt. Es kann sonst zu gefährlichen Mangelerscheinungen kommen, da der Körper nicht in der Lage ist, sofort wieder eine ausreichende „Kortison"-Menge herzustellen. Außerdem kann sich die Erkrankung verschlechtern. Durch eine calciumreiche Ernährung kann man dazu beitragen, dass sich eine Osteoporose möglichst nicht entwickelt.