Laborforschung

 

 

Arbeitsgruppe Dr. med. Joachim Mertens

Projekt 1: Aktivierte Stromale Fibroblasten in der Primär Sklerosierenden Cholangitis und im Cholangiokarzinom
Sowohl die Primär Sklerosierende Cholangitis wie auch deren Spätkomplikation, das Cholangiokarzinom zeichnen sich durch eine oft massive Vermehrung von fibrotischem Gewebe und den darin eingebetteten stromalen Fibroblasten aus. Die Arbeiten in diesem Forschungsschwerpunkt konzentrieren sich auf die nähere Charakterisierung dieser aktivierten stromalen Fibroblasten, mögliche Gemeinsamkeiten zwischen PSC und CCC und allfällige therapeutische Strategien die das Bindegewebe zum Ziel haben.


Projekt 2: Mechanismen und Signalwege der Apoptose-Sensibilisierung
In vielen Krankheitsprozessen lässt sich als universelle Reaktion des Körpers auf Schädigungen die Aktivierung von Bindegewebszellen und die Entstehung von Fibrose beobachten. Diese Aktivierung geht mit einer gesteigerten Sensibilität für den programmierten Zelltod (Apoptose) einher. Die Arbeiten dieses Schwerpunktes untersuchen die Mechanismen der Zellaktivierung und der damit einhergehenden Sensibilisierung für Apoptose.


Projekt 3: Quantitative Fibrosemessung in der Leberbildgebung
Die Entwicklung effektiver antifibrotischer Therapien hängt entscheidend von den Möglichkeiten der Fibrosequantifizierung ab. In Zusammenarbeit mit der Radiologischen Klinik am USZ sollen Methoden für eine zuverlässige, quantitative Messung der Gewebefibrosierung, insbesondere der Leberfibrose entwickelt werden.

 

Die Forschung der Arbeitsgruppe Dr. Mertens wird gefördert durch:

AMBIZIONE Programm des Schweizerischen Nationalfonds (SNF)
Max und Martha Dangel Stiftung Zürich
Stiftung zur Krebsbekämpfung Zürich

 

Arbeitsgruppe PD Dr. med. Felix Stickel

Projekt 1: Genetische Risikofaktoren chronischer Leberschäden
Bei der Progression chronischer Leberschäden sind exogene (environmental) und endogene (host) Faktoren bekannt, die das Entstehen und Fortschreiten typischer Leberläsionen (wie Steatose, Inflammation, Fibrose) modulieren. Für mehrere Lebererkrankungen sind bereits genetische Risikofaktoren identifiziert, die bislang aber nur einen Teil der erblichen Variabilität erklären.

Wir suchen mithilfe genomweiter Analysen an grossen Patienten- und Kontrollkollektiven genetische Risikoloci für chronische Lebererkrankungen, insbesondere der alkoholischen, virusbedingten und metabolischen Lebererkrankungen. Weiter versuchen wir, deren Funktionalität anschliessend in geeigneten Modellen zu entschlüsseln. Aktuelle Schwerpunkte sind die funktionellen Auswirkungen der genetischen Varianten PNPLA3 I148M und TM6SF2 E147K bei der alkoholischen und eisenbedingten Leberschädigung.


Projekt 2: Bimodale Therapie des Cholangiokarzinoms
Das Cholangiokarzinom ist der zweithäufigste Leberkrebs mit steigender Inzidenz und schlechter Prognose. Die Frühdiagnostik und Therapie sind unzureichend und den meisten Patienten kann derzeit nur eine palliative Option angeboten werden. Typisch für das Cholangiokarzinom sind die starke Stromareaktion und die ausgeprägte biliäre Proliferation, sowohl extra- als auch intrahepatisch.

Unsere wissenschaftlichen Bemühungen fokussieren auf einen bimodalen Therapieansatz der Stroma- und Cholangiozellulären Proliferationshemmung im Tier- und Zellkulturmodell mithilfe von bislang therapeutisch nicht verfügbaren Inhibitoren (sogenannten „small molcules"). Zielstrukturen sind dabei der Mechanorezeptor v 6 Integrin auf Cholangiokarzinomzellen und Tumor-assoziierte Fibroblasten, die mittels proapoptotischen Substanzen inhibiert werden sollen, um eine Stromahemmung im Cholangiokarzinom zu erzielen.


Projekt 3: Rolle des Endocannabinoidsystems bei fibrosierenden Lebererkrankungen
Das Endocannabinoidsystem ist ein hochkomplexes biologisches System mit zahlreichen Verbindungen zu Regeneration, Inflammation, Gewebereparatur und –durchblutung, sowie von Stoffwechselprozessen. Die Bedeutung von Endocannabinoiden, exogen zugeführten Cannabinoiden und deren Rezeptoren bei der Entstehung von Leberschäden ist mittlerweile bekannt, während die Nutzung dieser Erkenntnisse zur Prävention bzw. Behandlung von Leberschäden unzureichend verstanden ist. Unsere Arbeit beschäftigt sich mit den möglichen Therapieansätzen einer Interferenz mit verschiedenen Zielstrukturen im Endocannbinoidsystem bei metabolischen Leberschäden mithilfe geeigneter experimenteller Modelle.